Tymes Tours, Reiseveranstalter in Temeswar – Timisoara, Rumänien

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Reisebüro & Reiseveranstalter in Temeswar (Timişoara), Rumänien

Rundreisen, Kulturreisen, Naturreisen und aktive Touren

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Kontakt

Büro in Temeswar, Arbeitsplatz in ganz Rumänien

Tymes Tours ist ein Reiseveranstalter und Reisebüro, laut touristischer Lizenz Nr. 3196 / 2004.

Der Lizenzname Tymes Tours ist im Besitz von

S.C. TYMES GLOBETROTTER S.R.L.
Handelsregister Kreis Timiş, Nr. J35/1699/2004
MWSt.-Id: RO16488251
Str. Lisabona 7/1A Apt. 6
Timişoara 300603 Romania

Tel. / Fax: 0040-256-203015
E-mail: info@tymestours.ro

Neu! Seit dem 15. Juni 2012, sind wir auch auf FaceBook vertreten. Da können Sie frische Infos und jede Menge Bilder aus unserer aktuellen Tätigkeit finden, Meinungen wechseln oder Fragen stellen. Also: sehen wir uns auf FaceBook!

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uralte Kirche in Densuş, am Fuße des Retezat-Gebirges

Ungeahnte Sehenswürdigkeiten

Das Dörfchen Densuş im Südwesten von Siebenbürgen beherbergt eine kleine uralte Kirche, vielleicht die älteste in Rumänien. Dafür gibt es aber keine absolute Sicherheit, denn die seltsame Architektur der Kirche, zusammengestellt aus recht verschiedenen Elementen, noch immer ein Rätsel für die Kunsthistoriker darstellt. Der Baustoff besteht meist aus älteren römischen Steinen, dabei nicht nur gehauene Steine, sondern auch die zwei Löwen die am Rande des Chordaches gestellt sind. Aus irgendwelchen Gründen, nur wenige ausländische Touristen schaffen es bis hier zu gelangen. Aber unsere Gäste wirken von diesem Denkmal immer gleich so beeindruckt wie wir: wir haben die Kirche von Densuş in beiden Studienreisen (kulturelle Touren, Rundreisen von Rumänien) sowie in aktiven Touren (der Nationalpark Retezat, sehr geeignetes Gelände für Wanderungen, liegt in der Nähe) mit sichtbarem Erfolg, eingeschlossen.

Der rumänische Tourismus geht leider noch immer meist auf alten Pfaden, die vor 3-4 Jahrzehnten unter dem Diktator Ceauşescu entwickelt wurden. Wir haben aber das volle Vertrauen, dass es noch viel Luft nach oben gibt, z.B. können noch viele andere Sehenswürdigkeiten zu den Reisen durch Rumänien hinzugefügt werden. Bislang beweisen unsere Reisepakete sowie die maßgeschneiderten Touren, dass wir Recht haben.

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in Maramures werden noch immer traditionelle Masken hergestellt Handwerk: Hüte aus Buchenschwämmen herstellen

Lebendige Traditionen und alte Handwerke

Bild links Der Volkskünstler Vasile Şuşca stellt in seinem bäuerlichen Haus im Dorf Săcel in der Maramuresch (Maramureş) traditionelle Masken her. Solche Masken werden noch immer in den Dörfern, in naiven, "bäuerlichen" Theaterstücken zu Weihnachten, vorgetragen. Auch wenn die Masken sehr einfach aussehen, bedeutet die Herstellung eine mühsame Arbeit, die viel Zeit beansprucht.

Bild rechtsIm siebenbürgischen Dorf Corund (oder Kórond, denn es ist zu meist von Ungarn bewohnt) schafft ein Handwerker Hüte aus einer Art von Buchenschwämmen; nach der Bearbeitung wird der Schwamm sehr ähnlich einem Stück Rehleder sein. Kórond liegt auf einer Hauptstraße, und ist von viele Touristen besichtigt. Der Handwerker lebt also von dieser Arbeit, auch wenn er noch immer etwas Garten und Ackerland hat.

Äußerungen über Rumänien / Völkerbrücke Kultur

Ioan Holender, eh. Direktor der Wiener Oper, gebürtiger Temeswarer

photo: Wikipedia 

"Ich sitze im Temeswar am Hauptplatz, und plötzlich rotieren hier alle." [ So schilderte der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, im Telefonat die unmittelbaren Reaktionen auf die Bekanntgabe der Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Herta Müller in jener westrumänischen Stadt, in deren Nähe Müller geboren wurde und wo sie die Universität besucht hatte. ] "In Temeswar freuen sich alle mit ihr, und auch ich bin sehr froh für diese Stadt. Aber Temeswar ist nicht Rumänien, und in Bukarest wird das, glaube ich, niemanden freuen."

Ioan Holender

Artikel in derStandard.at

Herta Müller, aufgewachsen in einem stramm-traditionellen banater Dorf

photo: Wikipedia 

"... und die anderen Dörfer, und das war, vielleicht, sehr wichtig, waren verschiedene, also es gab innerhalb zehn Kilometer, vier Kilometer – das war alles sehr nahe, aber aus der damaligen Sicht war das sehr weit, so 12 Kilometer war die erste Stadt, Bad Busiasch, das war ein kleiner Kurort, ein Kurbad, und dann gab es aber ein slowakisches Dorf, dann gab es ein ungarisches Dorf, ein rumänisches Dorf, ein deutsches Dorf, und die Sachen haben sich eigentlich nicht gemischt, also jede Minorität, auch die Rumänen, wohnte in ihrem eigenen Dorf, hatten ihre eigene Tracht, ihre eigene Sprache, ihre eigenen Feiertage und man hat, im Grunde genommen, kaum von einander Notiz genommen."

Herta Müller

Interview, youtube.com

Herta Müller, die multikulti Großstadt Temeswar war Wendeort der künftigen Nobelpreisträgerin

photo: Wikipedia 

"Also, ich schreibe ja nur auf Deutsch, weil ich Rumänisch erst gelernt habe als ich in die Stadt kam, da war ich schon fünfzehn Jahren alt, und in dem kleinen Dorf aus dem ich komme wohnte nur diese deutsche Minderheit... [ zwischen den zwei Sprachen ] es gab sehr oft nicht nur Unterschiede, sondern Gegensätze. Ich habe nie auf Rumänisch geschrieben, aber, natürlich, ich bin sozialisiert in dieser Sprache und, natürlich, schreib' das Rumänische mit. Auch wenn ich das Wort auf Deutsch habe, hab' ich vielleicht den rumänischen Blick im Satz."

Herta Müller

Interview, youtube.com

Zwei Banater auf den höchsten Kulturbühnen der Welt. Dies ist nur eine Variante aus der vielen möglichen Titeln für die Zitate hier links. Bei einer aufmerksamerer Betrachtung ist aber die Sachlage, wie immer, etwas komplizierter. Denn, wenn der Direktor der Wiener Oper eine enge Verbindung zu seiner Heimatstadt Temeswar pflegt (ist sogar jetzt ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins "Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt"), entspricht aber die Beziehung der Nobelpreisträgerin Herta Müller zu Temeswar und dem Banat schon einigermaßen dem Ausdruck "mixed Feelings".

Winterhimmel in Banat: die Vögel ziehen weg von den "Niederungen"

Ioan Holender ist 1930 in Temeswar in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Seine Jugend wurde geprägt von der brutalen Zerstörung des altbürgelichen Lebens der Stadt durch die neuen Machthabern – die Kommunisten. Immerhin, war Temeswar eine Großstadt mit zwei Universitäten und vielen Vökern, die meisten Temeswarer kannten drei Sprachen (Rumänisch, Deutsch, Ungarisch, einige sogar auch Serbisch). Die meisten Menschen hatten noch das "normale" Leben der Zwischenkriegszeit relativ gut in Erinnerung. Die jüdische Gemeindschaft befand sich noch fest im sozialen Lebens der Stadt verankert und, auch wenn, gleich allen rumänischen Bürgern, dem politischen Druck der stalinistischen Zeit ausgesetzt, war das schlimmste doch vorbei: aus Temeswar ist doch kein Jude dem Holocaust entkommen. Und schließlich spielte für den jungen Ioan Holender die ethnische Zugehörigkeit keine bedeutende Rolle, die Stadt war bunt-gemischt und so auch die Freundschaftskreise.

Bei Herta Müller war es anders. Sie kam zur Welt 1953 in Nitzkydorf, nur etwa 30 Km von Temeswar entfernt, aber das Millieu sah völlig anders als Holenders Temeswar aus: ein fast reindeutsches Dorf (die sog. "banater Schwaben") geprägt von schwerer Landarbeit, Sitten und Angst (nach der Nationalsozialismus, Russlandverschleppung, Enteignung...) – und all diese gab es in hohen Dosen. Die Bauern begrenzten die Kommunikation miteinander auf das Notwendigste, Lachen und Unterhaltung waren für die "Kerwei" (Kirchweihfeste) reserviert; es scheint auch, dass die deutschen Bauern des Banats sich teils bewusst in Ackerarbeit bis zum Halls eingegraben haben, um sich den beiden Vergangenheit und Alltag los zu werden. Über die Zukunft traute sich ja sowieso keiner äußern. Aus Müllers Erinnerungen geht hervor, dass dies auch die Stimmung in ihrer Familie war. Im Dorf kannte sich ja jeder miteinander, man sprach nur Deutsch; und die Stadt war nur Stoff für Spott. Dort gab es keine Tradition, und dort sprach man nicht "Schwowisch", sondern "Herrisch" – wenn überhaupt Deutsch, denn dort gab es viele Rumänen. Die Kindheit von Herta Müllerin war unter den strammen Korsett der Dorfwelt alles außer lustig, und das kann man übrigens in ihrem ersten Buch, "Niederungen", sehr gut erlesen.

Und dann floh das Kind in die Großstadt aus; Herta Müller besuchte das Lenau-Lyzeum in Temeswar. Ihr Leben wurde jetzt nicht viel lustiger, aber sie hatte doch Gelegenheit, ein Reichtum von neuen Erfahrungen zu sammeln. Erstmal, sprachliche: die junge Herta lernt Rumänisch, und, wie jede neue Sprache, öffnet das üngeahnte Horizonten – in den Zitaten hier links wird das deutlich widerspiegelt. Dann, als sie schon erwachsen war, kamm der Kontakt mit den damaligen Künstlerkreisen in Temeswar, und das war entscheidend für die spätere Karriere. Sie stellte bald fest, dass es in Temeswar schon ein Haufen rumäniendeutsche Autoren gab, die nicht wußten, sich vom kommunistischen Staatsapparat gesteuert zu lassen. Das erstaunliche war dann, dass gerade unter solchen schwierigen und manchmal lebensbedrohenden Bedingungen Herta Müllers Talent zur Entfaltung und Reife kam.

Winterhimmel in Banat: die Vögel ziehen weg von den "Niederungen"


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Touristik-Lizenz No. 3196/2004