Tymes Tours, Reiseveranstalter in Temeswar – Timisoara, Rumänien

tymes tours

Reisebüro & Reiseveranstalter in Temeswar
(Timişoara), Rumänien

Rundreisen, Kulturreisen,
Naturreisen und aktive Touren

Bildersammlung: November 2011
Kalender 2012 mit Bildern der Secession (des Jugendstils) in Temeswar / Timişoara

September 2012, Hitel Bank

Das abgebildete Flachrelief befindet sich auf der Fassade einer ehemaligen Bank – es war die Kreditbank oder "Hitelbank", am Freiheitsplatz. Das Gebäude, mit Merkmalen der zweiten Phase der Secession (geometrische Phase) wurde 1912 erbaut, nachdem an diesem Hausplatz im Jahr zuvor eine Kirche abgetragen worden ist. Es war die Kirche des Piaristenklosters (ursprünglich Franziskanerkloster), ein markanter Barockbau Temeswars. Alsdann eine Bank mit jüdischen Besitzern die Stelle eines christlichen Sakralbaus einnahm, kam es selbstverständlich zu etlichen Gerüchten in einigen Kreisen in der Stadt... Nur ein Jahr später, eine andere katholische Kirche musste vom Stadtbild abweichen, nälich am Sankt-Georgsplatz; dies sollte die Erstellung einer breiteren Straße ermöglichen, jedoch am Ende diente der größte Teil des Baugrundes einer anderen Bank, auch in jüdischen Händen. Freilich gab es damals schon genügend nebelige Theorien über jüdisch-freimaurerischen Verschwörungen. Abgesehen davon, diese Reliefs bringen uns auf den viel festeren Grund der Sozialgeschichte, denn sie ermöglichen uns einen Einblick in die Tendenzen des frühen XX. Jahrhunderts. Die noble Dame im Bild trägt ein Geldsackerl (was offensichtlich auf die Banken deutete), in der anderen Hand aber ein Buch mit dem gut lesbaren Titel "[dolg]ozik és ettel" (was im Ungarischen etwa "Arbeit und Essen" bedeutet). Und damit wechseln wir ganz brutal vom Finanzwesen zum Gedankengut auf der linken Seite der politischen Bühne. Das andere Relief, symmetrisch gegenüber dem ersten positioniert, wiederholt das Ganze: die einen Hammer tragende Frau hält ihr Fuß auf dem Bienenkorb. Solche Ideen kamen von Wien aus, denn dort brachte das Ende des XIX. Jahrhunderts eine Vervielfachung der "revolutionären" Weltanschauungen. Die Deutung solcher Bilder ist ja leicht zu erlesen: harte Arbeit, Mäßigkeit und Wohlstand gehen Hand in Hand. Der Architekt der "Hitelbank" war der bereits erwähnte Székely László. In diesem Fall aber, handelt es sich um ein ausgezeichnetes Beispiel für die Tatsache, dass das Endergebnis der Bauplanung (nämlich, das Aussehen eines Gebäudes) nicht nur vom Geist des Architekten abhängig ist. Manchmal kommen auch die Meinungen und Wünsche des Besitzers ins Spiel, und diese können gleich so bedeutsam sein.

Im Herbst 2011 schafften wir einen Kalender, der repräsentativ für die Bausubstanz der Stadt Temeswar sein sollte. Unsere Bilder wollen besondere Bauten aus besonderen Blickwinkeln fangen – neue Perspektiven über die Baugeschichte Temeswars eröffnen.

Auf der Seite des jeden Monats befindet sich ein großes Bild, das ein Detail eines Denkmals der Secession darstellt. Auf der Rückseite der Blätter gibt es ausführliche Information (auf Rumänisch, Englisch, Deutsch) über das jeweilige Denkmal – diese Infos können Sie nun auch hier lesen.

Diese Kalender schenkten wir unseren Freunden und/oder Kunden. Inzwischen sammeln wir schon weitere Bilder und Themen für den Kalender 2013!

Hitel Bank in der Inneren Stadt, Temeswar Startseite der Bildersammlung Anheuer Palais in der Fabrikstadt, Temeswar Karl Kunz Palais in der Fabrikstadt, Temeswar die "Parkstraßenbrücke", heute Decebal-Brücke, in Temeswar Stefanie Palais in der Fabrikstadt, Temeswar die "Turbinen", das alte Wasserkraftwerk von Temeswar Wellauer Haus in der Inneren Stadt, Temeswar Lloyd Palais in der Inneren Stadt, Temeswar Vitralien des gew. katholischen Seminars, Temeswar Hitel Bank in der Inneren Stadt, Temeswar das "Pfauenhaus" Romulus Nicolin in der Elisabethstadt, Temeswar Grabstein in dem Fabristädter Friedhof Escompte Bank in der Inneren Stadt in Temeswar


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